Entain lotet derzeit verschiedene strategische Optionen für sein Geschäft in Mittel- und Osteuropa aus. Im Raum steht dabei der Gedanke, den eigenen Anteil an Entain CEE an den Partner EMMA Capital abzugeben.
Das gemeinsame Unternehmen mit EMMA Capital war erst 2022 entstanden. Käme es nun zu einem Verkauf, hätte das voraussichtlich deutliche Auswirkungen auf zentrale Marken der Region. Betroffen wären vor allem SuperSport in Kroatien und STS in Polen – wobei SuperSport im Herzen des Joint Ventures steht. STS wiederum, der größte Wettanbieter Polens, kam erst 2023 zum Konzern. Ein Wechsel der Eigentumsverhältnisse könnte die Ausrichtung beider Marken und ihre strategische Stoßrichtung spürbar durcheinanderbringen.
Wie hat sich Entain in Osteuropa entwickelt?
In den Märkten Mittel- und Osteuropas (CEE) fiel Entains Bilanz bislang durchwachsen aus. Der Ansatz, über Übernahmen und Investitionen Marktanteile zu sichern, stieß bei einem Teil der Anteilseigner auf Widerspruch.
Vor allem die STS-Übernahme sorgte für Reibung unter den Investoren. Der US-Investor Ricky Sandler von Eminence Capital stellte sich offen gegen die Entscheidung, rund 600 Mio. £ für den Erwerb in die Hand zu nehmen. Er zog die strategische Logik in Zweifel und verwies auf den achtprozentigen Kursrutsch der Aktie unmittelbar nach der Ankündigung. Zusätzlich kritisierte er, dass Entain mit seinem Fokus auf Fusionen und Übernahmen den Wert seiner BetMGM-Beteiligung sowie der internationalen Onlineplattform zu niedrig ansetze.
Trotz dieser Kritik schloss sich Sandler im Januar 2024 als nicht-exekutives Mitglied dem Board of Directors an. Die Lage verschob sich dann erneut, als Eminence Capital im April 2026 nach 27 Jahren seine Tätigkeit einstellte. Zu diesem Zeitpunkt hielt der Fonds noch 6,5 % der Entain-Aktien und war damit der drittgrößte Anteilseigner.
Operativ zeichnete 2026 ein deutlich anderes Bild als die Jahre zuvor. Im ersten Quartal entwickelten sich die Kennzahlen in der CEE-Region wie folgt:
- Der Netto-Gaming-Umsatz sank um 6 %.
- Der Einzelhandelsumsatz brach um 30 % ein.
- Der Onlinebereich gab dagegen nur leicht um 1 % nach.
| Jahr | Umsatzveränderung CEE | Haupttreiber |
|---|---|---|
| 2025 | +5 % | Starke Entwicklung in Kroatien |
| Q1 2026 | −6 % | Rückgänge im stationären Geschäft |
Diese Werte heben sich klar von den robusteren Ergebnissen in Australien und im Vereinigten Königreich ab. Dort blieb der Markt selbst nach Einführung einer neuen 40-prozentigen Steuer auf Online-Casinoumsätze vergleichsweise stabil.
Die schwächere Entwicklung in Osteuropa, verbunden mit regulatorischen Anpassungen in anderen Märkten und dem zunehmenden Druck durch Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel, legt nahe, dass Entain seine Regionalstrategie auf den Prüfstand stellen musste.
















